TTN-Hessen

1. Hessischer Clusterkongress 2010

Hessischer Clusterkongress "Starke Netzwerke - Erfolgreich im Markt"

Am 03. Februar 2010 fand in der IHK Frankfurt am Main unter der Schirmherrschaft des hessischen Staatsministers für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Dieter Posch der 1. Hessische Clusterkongress statt. Hier wurden die bisherigen Ergebnisse der hessischen Clusterpolitik der Öffentlichkeit vorgestellt und eine Bilanz der Förderung aus dem 1. Hessischen Clusterwettbewerb 2008 gezogen.

 

Dass das Thema aktuell ist, zeigten die 350 Besucher. Sie nahmen die Angebote zur Ausstellung und Kooperationsbörse rege wahr. Neben Fachvorträgen sorgten eine Podiumsdiskussion und Gesprächsrunden mit Clustervertretern für praxisnahen Austausch.

Posch: Clusterbildung "von unten" mit Anreizen zur Vernetzung

Mit dem Umfrageergebnis unter den Teilnehmern im Vorfeld der Veranstaltung wurde Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch darin bestätigt, auf eine Vernetzung "von unten" zu setzen. In seiner Rede zur Eröffnung des Kongresses betonte er, dass "Clusterbildung nicht von der Politik verordnet werden kann." Allerdings könne der Staat "Anreize zur Vernetzung geben und bestehende regionale Unternehmenscluster bei der Verbesserung ihrer Strukturen unterstützen", um so einen Beitrag zur Erhöhung des Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu leisten. Posch ordnete die Förderung von Clusternetzwerken in die Strukturpolitik des Landes ein und strich heraus, dass es ihm dabei gleichzeitig um Innovationsförderung, Mittelstandsförderung und Förderung der regionalen Entwicklung gehe.

 

Die Clusternetzwerke können eine effektive Plattform für den Austausch von Wissen und den Aufbau von Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen sein. Davon zeugen die bislang rund 30 Mio. € an Forschungsmitteln des Bundes und der EU. Sie wurden von den Clustern für Forschungskooperationen mit hessischen Partnern eingeworben.

Region Rhein-Main-Neckar als Zentrum europäischer Softwareindustrie

So war erst jüngst der Software-Cluster Rhein-Main-Neckar beim bundesweiten Spitzenclusterwettbewerb erfolgreich. Die Software AG, die SAP AG und viele mittelständische IT-Unternehmen wollen gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen wie der TU Darmstadt in den nächsten Jahren "Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen" entwickeln. Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, unterstrich auf dem Kongress die Ambition, die Region Rhein-Main-Neckar mit Hilfe des Clusters zum Zentrum der europäischen Softwareindustrie mit über 5.000 Softwareunternehmen auszubauen und "das nächste Silicon Valley" zu schaffen.

Zielgerichteter Ausbau der regionalen Vernetzung

Andere Clusterinitiativen wie die Automatisierungsbranche in Südhessen, die Spritzgusstechnik in Nordhessen oder die Verpackungsmaschinen-Industrie in Mittelhessen stehen noch am Anfang. Dank der Anschubförderung des hessischen Wirtschaftsministeriums aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) können diese Netzwerke nun ihren Aufbau vorantreiben. Dabei geht es vor allem um den weiteren zielgerichteten Ausbau der regionalen Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette. "Durch regionale Kooperation soll das Innovationstempo beschleunigt und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen gesteigert werden", betonte Dr. Reinhard Cuny, zuständig für regionale Strukturpolitik im Hessischen Wirtschaftsministerium. Oberziel der Clusterpolitik sei die Schaffung und Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze.

Überzeugungsarbeit notwendig

Um auch nach dem Auslaufen der öffentlichen Anschubfinanzierung erfolgreich sein zu können, müssen die Clusternetzwerke eine kritische Masse an Unternehmen als Partner gewinnen. Diese müssen vom Nutzen der gemeinsamen Aktivitäten so überzeugt sein, dass sie zu deren Finanzierung bereit sind. Für viele außen stehende Unternehmen, und das teilten 71% der befragten Kongressteilnehmer, sind aber die Vorteile einer Mitwirkung in Clusternetzwerken zunächst noch nicht klar erkennbar. Für Prof. Thomas Brenner von der Universität Marburg ist die anfängliche Skepsis der Unternehmen nachvollziehbar. Sie müssen von einem "guten Clustermanagement" erst davon überzeugt werden, dass sie einen Nutzen haben werden. Nur Clusternetzwerke, die dieses Vertrauen unter ihren Mitgliedern generieren können, werden - so die Einschätzung Brenners - langfristig erfolgreich sein.

 

Dass es einen guten Grund gibt, optimistisch gegenüber den langfristigen Potenzialen einer gut geführten Zusammenarbeit über Branchen- und Technologiegrenzen zu sein, das hob Dr. Michael Kassner, Leiter der Rhein-Main Region der Siemens AG in der Podiumsdiskussion hervor. Auch innerhalb der Siemens AG habe man clusterähnliche Strukturen aufgebaut, in denen an der Schnittstelle verschiedener technologischer Entwicklungen zunächst intern und dann auch mit externen Partnern divisionsübergreifend zusammengearbeitet werde. Nach erfolgter Einübung der Methode seien die Resultate in diesen Konzernbereichen beeindruckend: überdurchschnittliches Wachstum und höhere Profitabilität.

 

Für Dr. Dirk Ahner, Generaldirektor der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission, war der Kongress ein voller Erfolg. Bei der Unterstützung von Clusternetzwerken sei Hessen eine Referenzregion in Europa, lobte er das Hessische Wirtschaftsministerium. Mit dem Einsatz europäischer Regionalfördermittel für die Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen leiste Hessen einen wichtigen Beitrag zur Europäischen Kohäsionspolitik und zu den Wachstumszielen der EU.

Ausstellung

Einen beeindruckenden Überblick über die hessische Clusterlandschaft boten die 40 Stände der Clusternetzwerke und Vernetzungsplattformen. "Sonst kennt man nur die Namen von einigen Netzwerken und vielleicht noch den kleinen lokalen oder regionalen Ausschnitt an Clustern. Aber so viele auf einmal zu sehen - es ist schon beeindruckend, wie sich die hessische Clusterszene zeigt", so Günter Pez vom Holzcluster Hessen. Und auch Dr. Alexander Bode vom HESSENMETALL Spritzgusscluster war angetan von der Kombination aus Messe und Kooperationsbörse: "Wir als junge Clusterinitiative haben die Gelegenheit gerne genutzt, uns auf dem Marktplatz der Clusternetzwerke zu präsentieren. Die Kooperationsbörse hat uns viele interessante Gespräche mit Unternehmern gebracht - eine tolle Idee, diese vor den offiziellen Teil der Veranstaltung zu stellen. So konnten wir in der Pause manche hier begonnenen Gespräche weiterführen."

 

Während des ganzen Tages diente der "Marktplatz der Clusterinitiativen" als Kommunikationsplattform: überall standen Gruppen und Grüppchen beieinander ins Gespräch vertieft - manche sogar so sehr, dass sie vergaßen, den offiziellen Programmpunkten am Nachmittag zu folgen.

 

Aussteller:

  1. Automatisierungsregion Rhein Main Neckar
  2. Automotive Cluster RheinMainNeckar
  3. Cluster erneuerbare Energien Odenwald (CLEO)
  4. Cluster Integrierte Bioindustrie Frankfurt (CIB Frankfurt)
  5. DieMaschinenbauPartner
  6. E-Finance Lab
  7. Engineering-High-Tech-Cluster (EHC) Fulda e.V.
  8. Erfahrungsaustauschkreis RheinMainNeckar produktiv! /CiP
  9. HESSENMETALL Cluster-Initiative (Aviation, Automotive, Spritzguss)
  10. Holzcluster Hessen
  11. Industriecluster Optik Elektronik Mechanik, Region Wetzlar
  12. Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.V.
  13. IT-Netzwerk e.V.
  14. KompetenzNetz UmweltTechologie - KNUT
  15. Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e.V. (deENet)
  16. Logistik RheinMain. Die Wissensinitiative
  17. MoWiN.net - Netzwerk der Mobilitätswirtschaft Nordhessen
  18. mst-Netzwerk Rhein-Main e.V. Kompetenznetzwerk Mikrosystemtechnik
  19. Netzwerk Initiative Eschwege (NIWE)
  20. Optence e.V.
  21. Rhein-Main Adaptronik e.V.
  22. Rhein-Main-Cluster Chemie & Pharma
  23. Software-Cluster Rhein Main Neckar
  24. Standortinitiaitve gamearea-FRM e.V.
  25. Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen (timm)
  26. Verpackungscluster Mittelhessen
  27. Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V.
  28. Zeitsprung IT-ForumFulda e.V.
  29. Arbeitskreis Forum Hessen IT
  30. Aktionslinie Hessen-Biotech
  31. Aktionslinie Hessen-Nanotech
  32. Aktionslinie Hessen-Umwelttech
  33. DGB Bildungswerk Hessen
  34. Enterprise Europe Network Hessen
  35. essen ModellProjekte
  36. IHK Innovationsberatung Hessen
  37. Modellregion Elektromobilität Rhein-Main
  38. Wissensregion FrankfurtRheinMain

Kooperationsbörse

Speed-Dating an der Kapazitätsgrenze

Auch die Resonanz auf die begleitende Kooperationsbörse, die das TTN-Hessen als Ausrichter des Kongresses im Vorfeld organisiert hatte zeigte das zunehmende Interesse an den Aktivitäten der hessischen Cluster- und Netzwerkinitiativen. Teilnehmer hatten bei Anmeldung der Veranstaltung Wünsche für zehnminütige Gespräche mit Clustermanagern auf der Kooperationsbörse äußern können. Das Speed-Dating-Angebot für Geschäftsleute geriet bald an seine Kapazitätsgrenzen: In anderthalb Stunden führten die Ansprechpartner der ausstellenden Clusternetzwerke über 230 Gespräche.

Neue Kontakte

"Schön, dass es möglich ist, interessante und kreative Menschen und Ideen auf so effiziente Weise zusammen zu bringen", sagte Dr. Bingel, SCN-Consulting aus Kassel. Sie profitierte mit neuen Kontakten von der Kooperationsbörse, die das TTN-Hessen im Vorfeld des 1. Hessischen Clusterkongresses im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums organisiert hatte.

 

So herrschte in Plenarsaal und seinem Foyer insbesondere zwischen 12 Uhr und 13:30 Uhr eine geschäftige, aber dennoch sehr entspannte Atmosphäre mit Stimmengemurmel als Hintergrundkulisse: an allen Ständen der insgesamt 40 Clusternetzwerken und anderen Vernetzungsplattformen, die sich mit Roll-ups, Plakaten und Prospektmaterial wie auf einer Mini-Messe präsentierten, saßen Unternehmer im Gespräch, tauschten Visitenkarten aus - und wechselten auf ein Gongsignal den Gesprächspartner. Andere sortierten ihre Unterlagen, bereiteten sich auf ihren nächsten Termin vor oder kamen spontan ins Gespräch. Wem die vorgegebenen zehn Minuten nicht ausreichten, hatte schließlich in der Pause oder beim späteren Get-together noch die Möglichkeit, den Faden wieder aufzunehmen - oder dies außerhalb der Veranstaltung zu tun. Dies war schließlich Sinn und Zweck der Kooperationsbörse: die Gelegenheit zu bieten, grundsätzlich neue Kontakte zu knüpfen, um diese später zu vertiefen.

Umfrage Erfolgsfaktoren

Die über 350 Teilnehmer auf dem 1. Hessischen Clusterkongress hatten bereits vor der Veranstaltung im Internet abgestimmt.

 

Entscheidend ist das "Engagement der Akteure" und ein "gutes Clustermanagement". Für über 80% der Befragten ist die Bereitschaft von Unternehmern und Wissenschaftlern zum Engagement die wichtigste Voraussetzung für den langfristigen Erfolg von Clusternetzwerken.

 

Die Unternehmen erwarten insbesondere einen besseren Zugang zu Forschungspartnern und -ergebnissen und einen besseren Kontakt zu regionalen Kooperationspartnern. Auch Erfahrungsberichte der Unternehmen belegen dies.

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